Über das Leben, den Abschied und all jene kleinen Momente, die irgendwann zu unseren wertvollsten Erinnerungen werden.
Der Brief als PDF
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Lieber Leser,
Nun schon seit fast einem Jahr habe ich eTerna gegründet und Folgendes würde ich sehr gerne mit euch teilen.
Sterben ist wahrscheinlich das einzige Ereignis, bei dem die Gästeliste vollständig ist. Irgendwann sind wir alle dabei. Keiner kann absagen mit: „Sorry, ganz vergessen.“ Keiner kann den Termin verschieben. Und keiner weiß vorher genau, wann er stattfindet. Der Tod kennt keine Ausreden.
Und trotzdem tun wir erstaunlich viel dafür, möglichst wenig über ihn zu sprechen. Wir planen Hochzeiten, Geburtstage, Reisen, unsere Pension. Wir überlegen, wo wir einmal wohnen möchten, welches Auto wir noch fahren wollen und wohin die nächste Reise gehen soll. Aber die Frage: „Wie möchtest du eigentlich einmal Abschied nehmen?“ stellen wir nur selten. Warum eigentlich?
Vielleicht, weil der Tod uns Angst macht. Vielleicht, weil wir glauben, dass wir ihn näherholen, wenn wir über ihn sprechen. Oder vielleicht einfach deshalb, weil er uns daran erinnert, dass unsere Zeit begrenzt ist.
Bei Maison eTerna begegnen wir dem Tod jeden Tag. Und vielleicht klingt es zunächst seltsam, aber gerade deshalb begegnen wir auch jeden Tag dem Leben.
Wir begegnen Menschen, die jahrzehntelang miteinander verheiratet waren. Kindern, die von ihren Eltern erzählen. Freunden, die plötzlich anfangen zu lachen, während ihnen noch die Tränen über die Wangen laufen, weil ihnen genau in diesem Moment irgendeine völlig verrückte Geschichte einfällt.
Wir hören von großen Lieben. Von kleinen Gewohnheiten. Von Streit und Versöhnung. Von Reisen, Lieblingsliedern und schlechten Witzen. Von Menschen, die Spuren hinterlassen haben.
Und dabei merken wir immer wieder: Am Ende erzählen die wenigsten davon, was jemand besessen hat. Niemand steht am Sarg und sagt: „Er hatte wirklich einen beeindruckenden Fernseher.“ Oder: „Sie hatte immer das neueste Smartphone.“
Man erzählt davon, wie jemand gelacht hat. Wie er morgens seinen Kaffee getrunken hat. Von einem bestimmten Satz, den er immer gesagt hat. Von einer Umarmung. Von einem gemeinsamen Urlaub. Von irgendeiner vollkommen banalen Situation, die plötzlich zu einer der wertvollsten Erinnerungen überhaupt geworden ist.
Vielleicht ist genau das eine der Lektionen, die uns der Tod geben kann: Das vermeintlich Kleine ist oft das ganz Große.
Natürlich haben wir Menschen ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie wir einmal sterben möchten. Viele sagen: „Am liebsten friedlich einschlafen und nicht mehr aufwachen.“ Andere: „Hauptsache schnell.“ Und manche sind noch pragmatischer: „Ganz egal – aber bitte nicht auf der Toilette.“
Der Tod besitzt allerdings die unangenehme Eigenschaft, sich nur selten an unsere Wunschlisten zu halten. Er fragt nicht, ob gerade ein guter Zeitpunkt ist. Er fragt nicht, ob noch etwas erledigt werden muss. Und er interessiert sich leider auch nicht dafür, dass der nächste Urlaub schon gebucht ist.
Manchmal kommt er nach einem langen Leben. Manchmal nach langer Krankheit. Manchmal völlig unerwartet. Und manchmal viel, viel zu früh.
Gerade diese Abschiede sind es, bei denen selbst wir keine passenden Worte finden. Denn es gibt Situationen, für die es schlicht keine Worte gibt. Dann geht es nicht darum, etwas zu erklären. Dann geht es darum, da zu sein.
Vielleicht fürchten wir den Tod auch deshalb so sehr, weil niemand mit Sicherheit sagen kann, was danach kommt. Vielleicht kommt das große Nichts. Vielleicht gibt es einen Ort, an dem wir diejenigen wiedersehen, die uns vorausgegangen sind. Vielleicht beginnt etwas vollkommen Neues. Vielleicht werden wir tatsächlich als Schmetterling wiedergeboren.
Wir wissen es nicht. Und vielleicht müssen wir es auch gar nicht wissen. Denn eines wissen wir: Wir sind jetzt hier. Und unsere Zeit miteinander ist nicht selbstverständlich. Der Tod erinnert uns auf manchmal schmerzhafte Weise daran, das „Irgendwann“ nicht ständig auf morgen zu verschieben.
Den Menschen anzurufen, an den wir gerade denken. „Ich liebe dich“ zu sagen. „Es tut mir leid“ zu sagen. Oder manchmal auch einfach: „Komm, mir ginn eppes drénken.“ Zu lachen. Zu weinen. Verrückte Dinge zu tun. Fehler zu machen. Zu verzeihen. Und Erinnerungen zu schaffen.
Denn irgendwann bleiben genau diese Erinnerungen. Ein Foto. Ein bestimmtes Lied. Ein vertrauter Geruch. Ein Lachen, das man plötzlich wieder im Ohr hat. Ein Satz. Eine Geschichte, die bei jedem Familienfest wieder erzählt wird. Vielleicht sogar irgendein herrlich peinliches Video, von dem der Verstorbene gehofft hatte, dass es niemals jemand findet.
Und genau darin leben Menschen weiter. Nicht unbedingt dort, wo wir sie sehen können. Aber in dem, was sie in anderen hinterlassen haben.
Wir dürfen Menschen in einem der schwersten Momente ihres Lebens begleiten. Wir dürfen Geschichten hören. Wir dürfen Familien kennenlernen. Wir dürfen gemeinsam lachen und weinen. Und wir dürfen dabei helfen, einem Menschen einen Abschied zu schenken, der zu seinem Leben passt.
Das ist für uns weit mehr als ein Beruf. Es ist Vertrauen. Und es ist jedes einzelne Mal eine Ehre.
Viele Menschen, deren letzten Weg wir begleiten durften, werden auch uns in Erinnerung bleiben. Manche Begegnungen waren kurz. Andere haben uns tief berührt. Manche Geschichten werden wir wahrscheinlich niemals vergessen. Denn auch wir nehmen von jedem Menschen ein kleines Stück mit.
Deshalb möchten wir heute nicht nur über den Tod sprechen. Sondern vor allem über das Leben.
Liebt. Lacht. Verzeiht. Sagt, was ihr sagen möchtet. Und wartet nicht immer auf „irgendwann“.
Denn am Ende zählt vielleicht gar nicht so sehr, wie lange wir hier waren. Sondern was wir aus dieser Zeit gemacht haben. Und was von uns in den Herzen anderer bleibt.
Was bleibt, ist die Erinnerung.
Vielleicht ist heute ein guter Moment, einem Menschen zu sagen, was sonst zu oft auf morgen verschoben wird.
Über das Leben, den Abschied und all jene kleinen Momente, die irgendwann zu unseren wertvollsten Erinnerungen werden.
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Lieber Leser,
Nun schon seit fast einem Jahr habe ich eTerna gegründet und Folgendes würde ich sehr gerne mit euch teilen.
Sterben ist wahrscheinlich das einzige Ereignis, bei dem die Gästeliste vollständig ist. Irgendwann sind wir alle dabei. Keiner kann absagen mit: „Sorry, ganz vergessen.“ Keiner kann den Termin verschieben. Und keiner weiß vorher genau, wann er stattfindet. Der Tod kennt keine Ausreden.
Und trotzdem tun wir erstaunlich viel dafür, möglichst wenig über ihn zu sprechen. Wir planen Hochzeiten, Geburtstage, Reisen, unsere Pension. Wir überlegen, wo wir einmal wohnen möchten, welches Auto wir noch fahren wollen und wohin die nächste Reise gehen soll. Aber die Frage: „Wie möchtest du eigentlich einmal Abschied nehmen?“ stellen wir nur selten. Warum eigentlich?
Vielleicht, weil der Tod uns Angst macht. Vielleicht, weil wir glauben, dass wir ihn näherholen, wenn wir über ihn sprechen. Oder vielleicht einfach deshalb, weil er uns daran erinnert, dass unsere Zeit begrenzt ist.
Bei Maison eTerna begegnen wir dem Tod jeden Tag. Und vielleicht klingt es zunächst seltsam, aber gerade deshalb begegnen wir auch jeden Tag dem Leben.
Wir begegnen Menschen, die jahrzehntelang miteinander verheiratet waren. Kindern, die von ihren Eltern erzählen. Freunden, die plötzlich anfangen zu lachen, während ihnen noch die Tränen über die Wangen laufen, weil ihnen genau in diesem Moment irgendeine völlig verrückte Geschichte einfällt.
Wir hören von großen Lieben. Von kleinen Gewohnheiten. Von Streit und Versöhnung. Von Reisen, Lieblingsliedern und schlechten Witzen. Von Menschen, die Spuren hinterlassen haben.
Und dabei merken wir immer wieder: Am Ende erzählen die wenigsten davon, was jemand besessen hat. Niemand steht am Sarg und sagt: „Er hatte wirklich einen beeindruckenden Fernseher.“ Oder: „Sie hatte immer das neueste Smartphone.“
Man erzählt davon, wie jemand gelacht hat. Wie er morgens seinen Kaffee getrunken hat. Von einem bestimmten Satz, den er immer gesagt hat. Von einer Umarmung. Von einem gemeinsamen Urlaub. Von irgendeiner vollkommen banalen Situation, die plötzlich zu einer der wertvollsten Erinnerungen überhaupt geworden ist.
Vielleicht ist genau das eine der Lektionen, die uns der Tod geben kann: Das vermeintlich Kleine ist oft das ganz Große.
Natürlich haben wir Menschen ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie wir einmal sterben möchten. Viele sagen: „Am liebsten friedlich einschlafen und nicht mehr aufwachen.“ Andere: „Hauptsache schnell.“ Und manche sind noch pragmatischer: „Ganz egal – aber bitte nicht auf der Toilette.“
Der Tod besitzt allerdings die unangenehme Eigenschaft, sich nur selten an unsere Wunschlisten zu halten. Er fragt nicht, ob gerade ein guter Zeitpunkt ist. Er fragt nicht, ob noch etwas erledigt werden muss. Und er interessiert sich leider auch nicht dafür, dass der nächste Urlaub schon gebucht ist.
Manchmal kommt er nach einem langen Leben. Manchmal nach langer Krankheit. Manchmal völlig unerwartet. Und manchmal viel, viel zu früh.
Gerade diese Abschiede sind es, bei denen selbst wir keine passenden Worte finden. Denn es gibt Situationen, für die es schlicht keine Worte gibt. Dann geht es nicht darum, etwas zu erklären. Dann geht es darum, da zu sein.
Vielleicht fürchten wir den Tod auch deshalb so sehr, weil niemand mit Sicherheit sagen kann, was danach kommt. Vielleicht kommt das große Nichts. Vielleicht gibt es einen Ort, an dem wir diejenigen wiedersehen, die uns vorausgegangen sind. Vielleicht beginnt etwas vollkommen Neues. Vielleicht werden wir tatsächlich als Schmetterling wiedergeboren.
Wir wissen es nicht. Und vielleicht müssen wir es auch gar nicht wissen. Denn eines wissen wir: Wir sind jetzt hier. Und unsere Zeit miteinander ist nicht selbstverständlich. Der Tod erinnert uns auf manchmal schmerzhafte Weise daran, das „Irgendwann“ nicht ständig auf morgen zu verschieben.
Den Menschen anzurufen, an den wir gerade denken. „Ich liebe dich“ zu sagen. „Es tut mir leid“ zu sagen. Oder manchmal auch einfach: „Komm, mir ginn eppes drénken.“ Zu lachen. Zu weinen. Verrückte Dinge zu tun. Fehler zu machen. Zu verzeihen. Und Erinnerungen zu schaffen.
Denn irgendwann bleiben genau diese Erinnerungen. Ein Foto. Ein bestimmtes Lied. Ein vertrauter Geruch. Ein Lachen, das man plötzlich wieder im Ohr hat. Ein Satz. Eine Geschichte, die bei jedem Familienfest wieder erzählt wird. Vielleicht sogar irgendein herrlich peinliches Video, von dem der Verstorbene gehofft hatte, dass es niemals jemand findet.
Und genau darin leben Menschen weiter. Nicht unbedingt dort, wo wir sie sehen können. Aber in dem, was sie in anderen hinterlassen haben.
Wir dürfen Menschen in einem der schwersten Momente ihres Lebens begleiten. Wir dürfen Geschichten hören. Wir dürfen Familien kennenlernen. Wir dürfen gemeinsam lachen und weinen. Und wir dürfen dabei helfen, einem Menschen einen Abschied zu schenken, der zu seinem Leben passt.
Das ist für uns weit mehr als ein Beruf. Es ist Vertrauen. Und es ist jedes einzelne Mal eine Ehre.
Viele Menschen, deren letzten Weg wir begleiten durften, werden auch uns in Erinnerung bleiben. Manche Begegnungen waren kurz. Andere haben uns tief berührt. Manche Geschichten werden wir wahrscheinlich niemals vergessen. Denn auch wir nehmen von jedem Menschen ein kleines Stück mit.
Deshalb möchten wir heute nicht nur über den Tod sprechen. Sondern vor allem über das Leben.
Liebt. Lacht. Verzeiht. Sagt, was ihr sagen möchtet. Und wartet nicht immer auf „irgendwann“.
Denn am Ende zählt vielleicht gar nicht so sehr, wie lange wir hier waren. Sondern was wir aus dieser Zeit gemacht haben. Und was von uns in den Herzen anderer bleibt.
Was bleibt, ist die Erinnerung.
Vielleicht ist heute ein guter Moment, einem Menschen zu sagen, was sonst zu oft auf morgen verschoben wird.